Deutschlandtour
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Ruhetag in Fulda

Wieder einmal verbringen wir einen Pausentag in einer wunderschönen Stadt. Fulda ist dank seiner Geschichte ein absoluter Hingucker. Neben viel Relaxen, haben wir uns ausführlich Gedanken über unseren weiteren Weg gemacht. Wie gestern schon angekündigt, haben wir uns heute festgelegt, Flußradwege zu bevorzugen. Das ist eine von vielen Erkenntnissen, die wir zur Hälfte unser Tour gesammelt haben.

Schloss in Fulda

Fulda war früher Fürstbischofsstadt. So hat es viele großartige Gebäude aus der Barockzeit. Ob Kloster, Dom oder Schloss, hier gibt es alles was eine mittelalterliche Stadt vorzuweisen hat. Und all diese Gebäude sind irgendwie zentral zusammengefasst. Das erinnert so ein bisschen an die Museumsinsel in Berlin. Fulda ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Kloster von Fulda
Viel Spaß auf der Tour

So langsam können wir Anstiege. Sie zermürben uns nicht mehr. Dennoch sind sie nervig. Anstrengend sind sie nach wie vor. Fährt man hoch, schwitzt man wie bei einem Hochleistungswettkampf, fährt man runter, kommt man ins Frieren. Ne, auch wenn es funktioniert, Berge mit Fahrrad und ich werden keine Freunde mehr. Meine verrückte Idee, eine Alpenüberquerung zu machen, hat einen großen Dämpfer bekommen, wenn sie nicht sogar komplett gestorben ist. Für unsere Tour gibt es aber eine Lösung: Flüsse bzw. deren Radwege. Weil Flüsse mit Bergen einfach nicht funktionieren, gibt es da keine und so fahren wir jetzt statt dem Werratalradweg den Fuldaradweg und dann ein Stückchen den Weserradweg. Voraussichtlich werden wir dann in Hannover wieder unsere ursprüngliche Route wieder finden. In den nächsten Tagen gehts somit Richtung Kassel. Und das mit wenig nennenswerten Anstiegen. Welch eine Wohltat für meine Oberschenkel.

Zeit für ein Resümee: Bis auf die Probleme mit meinem Fahrrad, funktioniert unsere Ausstattung. Von vielen Radreisenden las ich, dass sie mit viel zu vielen Klamotten losgefahren sind, um dann nach einigen Tagen einen erheblichen Anteil davon via Post nach Hause zu schicken. Das war bei mir nicht so. Wir sind bewusst minimal gestartet, auch weil wir fehlende Ausrüstung auch gut unterwegs kaufen könnten. Mussten wir aber nicht. Und so sind wir qualitativ und quantitativ ausgerüstet. Lediglich zwei bis drei T-Shirts habe ich Zuviel. Wenn man, wie wir, alle zwei bis drei Tage wäscht, reichen vier T-Shirt völlig aus. Auch wenn ich bei einigen Touren zweimal wegen Durchschwitzen meine T-Shirts wechseln muss. Ich baue da auf Merinowolle. Diese Funktionswolle transportiert zwar nicht ganz soviel Schweiß wie hochmoderne Tech-Kunstfaserstoffe, aber trotz Schweiß fängt es nicht an zu riechen. Das ist ein großer Vorteil.

Auch hat unsere Taktik, frühestens einen Abend vor Anreise eine Unterkunft zu buchen, bestens funktioniert. Es bestand niemals die Gefahr, dass wir ohne Bett wegen überfüllten Hotels auf der Strecke bleiben. Jetzt wo in ganz Deutschland die Sommerferien vorbei sind, wird das sogar noch besser funktionieren.

Auch hat sich die Aussage, die wir in vielen Quellen gefunden haben, dass die Kondition sich sofort steigert bewahrheitet. Wir hatten durch eine gute Vorbereitung zwar schon eine gute Grundkondition, aber wir merken von Tag zu Tag, dass da noch mehr Kilometer drin sind (teilweise sogar trotz Berge).

Wie erhofft, macht uns die ganze Fahrt bis jetzt Riesen Spaß. Wir entdecken tolle Landschaften, sehen schöne Orte und tun etwas für unserer Körper. Die unterschiedlichen Landteile mit ihren unterschiedlichen Menschen (und dem unterschiedlichen, aber stets leckeren Essen, Bier und Wein) sind interessant und witzig. Selbst für Urlaubsverhältnisse ist die entschleunigende Wirkung beachtlich. Keine Staus, kein Erlebnisdruck, keine Müdigkeit wegen Nichtstun oder vom zu vielen Feiern. Der Kopf wird durch die (meist) moderate Anstrengung auf dem Fahrrad frei. Etappen geschafft zu haben macht Stolz. Die Wirkung von viel Natur ist Balsam gegen Stress.

Selbst für mich, der gern über Unausgegorenes grübelt und Probleme sieht, die es eigentlich gar nicht gibt, hat die Tour eine wohltuende Wirkung. Bis auf wenige Ausnahmen gelingt es mir, mich dem Erlebnis hinzugeben und Vergangenes ruhen zu lassen. Schließlich sind hier auch viel weniger Triggerpunkte. Auch ein großer Vorteil eines Outdoor-Auszeit. Körperliche Anstrengung hat weiterhin in bekannter Weise, eine wohltuende Wirkung für die Seele.

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