Allgemein, Via Claudia Augusta Juli 2020
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Ein schwerer Abschied

Nach 21 Jahren bin ich bei einer außergewöhnlichen Gelegenheit schwach geworden. Simplon ersetzt Merida.

Würde ich ein Tester sein, würde ich mich für Fahrradwerkstätten entscheiden. Das Ergebnis wäre jedoch, zumindest bislang, desaströs. Letzte Woche durfte ich wieder einen Beweis erhalten. Auch aus diese Erfahrung entschloss ich mich zu einem seit längeren fälligen Schritt.

Schon während der Deutschlandtour wurde in mehreren Werkstätten festgestellt, dass der Steuersatz meines Fahrrades (quasi das Gelenk für den Lenker) defekt ist und erneuert werden muss. Weiterhin funktionierte die Schaltung seit einiger Zeit nicht so, wie sie es soll. Gerade auf der kommenden Tour mit vielen Anstiegen, kommt der Schaltung eine große Bedeutung zu. Also brachte ich Das Fahrrad in die Werkstatt. Und wenn es dort schon ist, bat ich auch um eine Inspektion. Den Namen der Werkstatt nenne ich mal besser hier nicht. Als ich das Fahrrad wieder abholte, hatte ich schon so eine Vorahnung. Meine Testfahrt direkt vor der Werkstatt bestätigte mich: Die Schaltung machte nach wie vor Probleme. Es wurde daran nichts gemacht. Ein Nachstellen vom Mechaniker brachte dann zwar eine gewisse Verbesserung, perfekt würde es jedoch nur durch eine große Reparatur, aber lohnt sich das noch bei meinem 21 Jahre alten Fahrrad? Zuhause kam es dann noch dicker: Das Austauschen einer Schraube am Steuersatz hat keine Wunderheilung des Steuersatzes bewirkt. Der war weiterhin defekt. Natürlich war ich stinksauer auf die Werkstatt. In der Wirkung machte es aber wenig Unterschied: Diese Reparatur lohnt sich nicht mehr.

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Aber nun zum Wesentlichen: Vor zwei Jahren fuhr ich bei einem Besuch eines Fahrradladens ein Simplon-Fahrrad und war schier begeistert. Da mein Fahrrad aber noch in Ordnung war und mir 1.900€ für ein neues Fahrrad – mal so ganz spontan – viel zu teuer war, kaufte ich das Simplon natürlich nicht. Letzte Woche überlegte ich natürlich wieder, fuhr zu einem weiteren Händler und die Begeisterung wiederholte sich. Ein weiterer Punkt war dann die Farbe. Dieses Fahrrad wurde auch in einem dunklen blau angeboten und sah einfach klasse aus. Einziger Haken: Das Fahrrad in der Farbe war im Werk ausverkauft und der Händler hatte auch nicht das Passende vorrätig. Also entschied ich mich wieder einmal, das Thema auf die neue Saison zu verschieben. Wie es manchmal so kommt, waren wir am nächsten Tag in Einem Hamburger Fahrradhändler um nach Radkleidung zu schauen. Ich staunte nicht schlecht. Die hatten doch tatsächlich das Simplon in dem tollen Blau und in meiner Größe dort stehen. Da die Fahrt nach Hamburg bei jeglichen Inspektionen und Reparaturen in der Garantiezeit zu weit erschien, kaufte ich das Fahrrad allerdings nicht.

Auf der Zugfahrt nach Hause schaute ich mich dann nach Onlinepreisen und nach jungen Gebrauchtfahrrädern um. Und tatsächlich stieß ich bei Ebay Kleinanzeigen auf ein ein Jahr altes, jedoch nie benutztes (??) Simplon, das genau meinem Wunsch entsprach. Dieses Fahrrad sollte 980€ kosten. Das hätte ich sofort gekauft, wenn der Artikelstandort nicht Frankfurt wäre. Irgendein Haken ist ja immer. Dennoch nahm ich mit der Verkäuferin, die das Fahrrad bei einer Preisverleihung gewann, es aber versäumte es zeitnah zu verkaufen, weil sie es nicht fahren wollte. Natürlich hätte ich es sofort kaufen können, aber der Preis zzgl. Fahrkosten erschien mir nicht günstig genug. Die Situation änderte sich jedoch grundlegend, als sie sich bereit erklärte, mir das Fahrrad auch für 800€ zu überlassen. Und so fuhr ich am übernächsten Tag nach Frankfurt und hatte mein Wunschfahrrad zu einem Schnäppchenpreis.

Jetzt besitze ich das österreichische Fahrrad Simplon Spotlight Pure. Neben der tollen Qualität und des schönen Aussehens, beeindruckt mich vor allem die Schnelligkeit des Fahrrads. Ich kann zwar nicht erklären, warum es so schnell ist, aber ich find es einfach toll.

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