München - Venedig, Alpe Adria Juli 2021
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Ab in den Süden: auf der alten Bahntrasse

oder: ins unbekannte Italien

Nach einem tollen Tag in Villach, bestehend aus Fahrradpflege, Kaffee trinken und viel umschauen, wollten wir dann aber doch weiter. Weiter in den Süden, endlich nach Italien und ein Stück näher an die Adria. Der Tag versprach einen langen aber gemäßigten Anstieg über die ersten 35 Kilometer der Strecke, dann aber nichts mehr. Aber immerhin geplante gut 100km bei angesagten 30 Grad. So rollten wir aus Villach heraus und freuten uns über das spätere Ankommen irgendwo in Italien. Den Osten Italiens kennen wir beide gar nicht und so freuten wir uns darauf, an jeder Ecke etwas neues zu entdecken.

Der Anstieg hielt sich wirklich in Grenzen und der Blick aufs Alpenpanorama war immer noch wunderschön. Es ging durch kleine Orte, durch Wald und auch mal an der Straße entlang. Nach gut 35 Kilometer erreichten wir die Grenze zu Italien und fast gleichzeitig ging es wieder Bergab. Genauso lang und moderat und es war wirklich ein entspanntes Fahren. Der Radweg auf italienischer Seite war sehr gut ausgebaut und machte einfach nur Spaß. Und es wurde wirklich noch schönes, denn es ging auf einem alten Bahntrassenweg weiter. Über Brücken, durch kleine Tunnels und immer wieder gab es in den Orten noch alte Bahnhofsgebäude und Bahnsteigkanten. Der Höhepunkt war dann (passend um die Mittagszeit) ein solches Gebäude, das zu einem Café unbebaut wurde. Sehr touristisch natürlich aber auch sehr cool.

Bahnhof: Fahrradraststätte

Wir waren wirklich komplett verzaubert von der schönen Kulisse durch die wir fuhren. Es ging die meiste Zeit an der Fella entlang durchs Friaul. Und es war ein Traum, das lässt sich nicht oft genug wiederholen. Mit der schönste Weg, den wir je gefahren sind. Am Nachmittag erlebten wir noch ein kleines Abenteuer: durch eine Baustelle und eine Umleitung, die uns komplett in die Irre führte mussten wir mehrere Kilometer durch eine Schotterstrecke am Berg entlang fahren ( die noch dazu hinter einem Schild: keine Durchfahrt! lag). Aber was sollte es, Kilometerweit zurückfahren und den richtigen Weg suchen hatten wir nach 75km auch keine Lust mehr. 😎

Nach 102 Kilometern und Gang knapp vor einem Sommerregen rüberreichten wir das Ziel des Tages: Gemona der Friuli. Ein hübsch gelegener Ort mit überschaubaren Übernachtungs- und Essensangeboten. Nach einem kleine Spaziergang durch den Ort an mehreren geschlossenen oder für uns nicht attraktives Restaurants entschieden wir uns im Hotel zu essen und hatten einen sehr italienischen Abend.

Fakten: Gemona der Friuli hat eine sehr schöne Altstadt mit einem Dom aus dem 13. Jahrhundert. Es liegt quasi am Berg, was es sehr hügelig macht. Der Ort wurde bei einem starken Erdbeben 1976 sehr stark beschädigt.

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