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Ludwigshafen bis Mainz: Der willkürliche Startpunkt des Rheinradwegs

77 km betrug die Strecke unserer ersten Etappe. Gestartet In im südlichsten Teil des in Sachen Hotelöffnung frühesten Bundesland: BASF-City äh Ludwigshafen. Eine abwechslungsreiche Strecke hat uns dann in die Landeshauptstadt Mainz geführt. Es war eine tolle Tour.

Es ist wirklich nicht zu verstehen. Auf 99% unserer Touren ist die Sonne unser treuester Begleiter. Letzte Woche noch war nicht damit zu rechnen, dass wir morgens in T-Shirt starten können und abends mit 24 Grad Celsius am Ziel ankommen. Ich müsste Flügel haben, so sehr trifft das Sprichwort „Wenn Engel reisen“ auf uns zu.

Nibelungenbrücke in Worms

Ludwigshafen mit seinen 166.000 Einwohnern ist absolut vom Chemiekonzern BASF geprägt. Die ersten 30 Minuten sind wir an deren Werksgelände vorbeigefahren. Als wir dachten, endlich sind wir vorbei, weil wir eine Schule sahen, berichtete uns ein Hinweisschild „BASF-Schulungscenter“. Ein abschließendes Wasserwerk entpuppte sich als Wasserwiederaufbereitungsanlage von -wen denn wohl- BASF. Und so nahmen wir anfangs den Rhein nur als Industriehafenbecken wahr. Auch in den nächsten Orten grenzte der mitteleuropäische Fluss an Industrieanlagen, die vom Rhein aus mit Rohstoffen versorgt worden bzw. ihre Produkte mit Schiffen liefern.

Erst nach gut 25 km ließen die Industrieanlagen nach und schlagartig zeigte der Rhein sich von seiner romantischsten Art und Weise. Die Ufer wurden bergig und es erschienen riesige Weinfelder (nennt man die so?). Malerische Städte wie Oppenheim, Nierstein und Nackenheim, die ganz offensichtlich im Mittelalter materiell vom Wein profitierten, durchquerten wir. Der Abschied jedes dieser Ort fiel uns schwer. Wie gern hätten wir dort unser Hotel ausgesucht und den Abend in einer Wirtschaft eines Winzers verbracht. So hätten wir aber das Ziel unserer Reise erst Mitte November erreicht. Also hieß es Kilometer machen.

Gegen 16 Uhr sind wir dann in Mainz angekommen. Am Rheinufer reihten sich Cafés und andere Lokalitäten. Es war Montag Nachmittag. Es sah nach einem riesigen Stadtfest aus. Von Corona war nichts zu spüren. Oder war es die Befreiung, endlich wieder die Gastronomie nutzen zu dürfen, kombiniert mit dem gefühlten Sommeranfang?

Der Altstadt von Mainz sieht man nicht nur deutlich ihre wohlhabende Vergangenheit an, sondern sie ist auf Gemütlichkeit getrimmt. Sei es wegen der vielen Terrassen von Cafés, Restaurants usw., aber vor allem wegen der etlichen Weinhäuser (so heißen hier die Weinlokale). Viele von denen haben dann nach einen bezaubernden Innenhöfe. Denen tut zumindest optisch die wegen Corona reduzierten Tische gut. So kommen die Backsteinmauern, die vielen Pflanzen und die verwinkelten Ecken noch besser zu Geltung. Mainz, Du bist eine tolle Stadt!

Morgen geht es denn weiter gen Norden. Die Wettervorhersage wird uns wohl wieder dicke Sonnencreme und kurze Kleidung aufdiktieren. 26 Grad soll die Höchsttemperatur betragen.

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